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Sonder-Newsletter für den RU
Impulse zur Zeit 02/2026
"Magnifica Humanitas" - Papst Leos Sozialenzyklika über den technologischen Wandel und KI
 
Wir sind aufgerufen, über die große Baustelle unseres Zeitalters nachzudenken: Was bauen wir? [...]  Dabei handelt es sich nicht um eine Entscheidung über unsere Zukunft, sondern über unsere Gegenwart, denn KI und die anderen aufkommenden Technologien sind bereits Teil unseres Alltags.
 
Papst Leo XIV. in seinem Lehrschreiben "Magnifica Humanitas" vom 25.05.2026, aus Abschnitt 90
 
 
26.08.2026
 
 
In der Zeit der Künstlichen Intelligenz, in der die Menschenwürde aufgrund neuer Formen von Entmenschlichung in den Hintergrund zu treten droht, haben wir die dringende Pflicht, zutiefst menschlich zu bleiben und liebevoll jenes großartige Menschsein zu bewahren, das uns geschenkt ist und das in Christus in seiner ganzen Fülle offenbar wurde, und das keine Maschine in seiner Pracht jemals ersetzen kann.
 
Papst Leo XIV. in seinem Lehrschreiben "Magnifica Humanitas" vom 25.05.2026, aus Abschnitt 15
 
 

Liebe Religionslehrerinnen
und Religionslehrer,

das erste Lehrschreiben von Papst Leo XIV., welches unlängst nach dem Pfingstfest erschien, hat zurecht weit über den katholischen Horizont hinaus für große Aufmerksamkeit gesorgt - legt es doch den Fokus auf die digitale Revolution, die mit den neuen Technologien Künstlicher Intelligenz auf uns alle hereinbricht. 

Auch in den Schulen haben die Chatbots längst Einzug gehalten. Das stellt nicht nur den Unterricht als solchen, insbesondere mit Blick auf die Leistungsbewertung, vor neue Herausforderungen, sondern macht eine differenzierte Sicht und einen verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Technologien notwendig.

Um darüber mit den Schülerinnen und Schülern gerade auch im Religionsunterricht in einen reflektierten Austausch auf der Basis des christlichen Menschenbildes zu kommen und ihnen somit die Möglichkeit zu geben, "die Wirklichkeit als Ganzes zu erfassen, Fragen nach dem Sinn zu stellen und ein authentisches, kritisches und kreatives Denken zu entwickeln" (Papst Leo XIV., MH 146), dazu haben wir Ihnen in diesem Sondernewsletter Materialien für die verschiedenen Schulstufen zusammengestellt. Über den jeweiligen Button können Sie sich diese als Ganzes oder als einzelne Beiträge runterladen.
    
Mit einem herzlichen Gruß
und besten Wünschen für die kommende Zeit,

Ihr Team des Fachbereichs Religionsunterricht, Lehrerbildung & öffentliche Schulen.

 
 
Impulse zur Zeit
 
 
 
Bild: Michael Wittenbruch
 
 

Lebenslinien, die sich entwickeln und verwickeln in der Zeit
… wie Algen am Strand.

Da ist jemand, aus dem sie sind und leben,
aus dem sie hinausgelassen sind ins Dasein,
doch nie von ihm verlassen
… unendlicher als das Meer: Gott – in Zeit und Ewigkeit.

 
 
 
 
 
"Magnifica Humanitas" - Papst Leos Sozialenzyklika über den technologischen Wandel und KI
 
Die Herausforderungen einer zweiten, nämlich digitalen industriellen Revolution sind das Thema der ersten Enzyklika von Papst Leo XIV. Damit stellt er sich mit Magnifica humanitas in die Tradition seines Namensvorgängers Leo XIII., der mit Rerum novarum vor dem Hintergrund der industriellen Revolution des 19. Jahrhunderts den Grundstein für die Soziallehre der Kirche gelegt und die Notwendigkeit von sozialen Rechten für die arbeitende Bevölkerung definiert hat.

Gut 130 Jahre später befindet sich die Menscheit mit den Technologien Künstlicher Intelligenz wieder an einem bedeutenden Scheidepunkt und die Sorge treibt uns alle um, wie diese KI mit all ihrem Hilfreichem gut und sinnvoll genutzt werden kann, wie sie aber zugleich in ihrem unbegrenzten und möglicherweise bald vom Menschen nicht mehr kontrollierbaren Agieren beschränkt werden muss. 

Leitender Maßstab bei den von Papst Leo verschiedenen Perspektiven auf die neuen Technologien und deren Bewertung ist dabei das christliche Menschenbild, die Menschenwürde: sei es mit Blick z.B. auf die gerechte Verteilung der Güter (vgl. MH 65-67), auf die Frage nach der Wahrheit "angesichts eines zunehmend fragmentierten Wissens" (MH 146) , auf das Problem der Manipulierbarkeit durch Algorithmen (MH 170-172) oder sei es mit Blick auf die besorgniserregende Verbindung von technischer und politischer Macht (MH 110), um nur ein paar Aspekte des umfassenden Dokuments zu nennen.

Der Papst bezieht in sein Statement aber auch die Kirche selbst ein: „Die Soziallehre richtet sich nicht nur an die Gesellschaft: Sie ist auch eine Gewissenserforschung für die Kirche, jenes Haus und jene Schule der Gemeinschaft, die stets aufgerufen ist, sicherzustellen, dass die in diesem Kapitel aufgeführten Prinzipien vor allem auch in ihrem Inneren gelebt werden.“ (MH 86) - im Sinne einer "Kultur der Transparenz, der Rechenschaft und der Bewertung“ (ebd., mit Bezug auf das Schlussdokument der Weltsynode vom 26. Oktober 2024).

 

In diesem Newsletter finden Sie nun verschiedene Beiträge mit Unterrichtsmaterialien für die Grundschule, für die Sekundarstufe I und die Sekundarstufe II, welche ausschnitthaft einzelne Aspekte des päpstlichen Lehrschreibens aufgreifen.  
Der Link führt Sie zum Ordner, in dem alle Materialien heruntergeladen werden können. Im Folgenden finden Sie zudem kurze Beschreibungen der Materialien und einzelne Links, die zu den Beiträgen der jeweiligen Schulform führen. 

Am Ende wird im kurzen Impuls noch das biblische Bild des Turmbaus zu Babel aufgegriffen, welches für die menschliche Hybris steht und der es sich verantwortungsvoll entgegenzustellen gilt - auch und gerade in der Bildung und Erziehung der heranwachsenden Kinder und Jugendlichen. 
 
zu den Beiträgen
 
 
Die Schule braucht nicht der Geschwindigkeit der digitalen Welt nachzujagen, sondern sollte das anbieten, was die digitale Welt allein nicht geben kann: gemeinsame Zeit für das Lernen und verlässliche Beziehungen.
 
Papst Leo XIV. in seinem Lehrschreiben "Magnifica Humanitas" vom 25.05.2026, aus Abschnitt 147
 
 
Beitrag für die Grundschule
 
Was macht Freundschaft zwischen zwei Menschen aus? Kann man auch mit einem Roboter befreundet sein? Diesen Fragen geht dieser Beitrag nach und stellt die Empathiefähigkeit als das besondere Merkmal des Menschen im Gegensatz zu einer Maschine ins Zentrum, ohne dabei das Hilfreiche moderner Technologie außer Acht zu lassen.  
 
zum Beitrag
 
 
Beitrag für die Sekundarstufe I
 

Bei den persönlichen, den positiven wie auch negativen Erfahrungen der Schülerinnen und Schüler mit KI ansetzend greift dieser Beitrag die zentrale Frage der Enzyklika Magnifica humanitas auf, nämlich wie der Mensch und dessen Würde im Mittelpunkt bleiben kann, wenn Maschinen immer besser werden und für uns Aufgaben und Entscheidungen übernehmen.

 
zum Beitrag
 
 
Beiträge für die Sekundarstufe II
 
Hier finden Sie zwei Beiträge für die Sekundarstufe II:

Im ersten Beitrag mit dem Titel "Die Größe der menschlichen Person angesichts der Versprechen der KI" geht es um eine grundsätzliche Auseinandersetzung mit der Künstlichen Intelligenz und einem Abwägen zwischen Pro und Contra, zwischen hilfreichem Nutzen und gefährlicher, da zunehmend unkontrollierbarer Technologie.

Vertieft wird dieses Thema im zweiten Beitrag unter der Überschrift "Mangelhaft?!", welcher die Begrenztheit und Verletzlichkeit des Menschen und damit die Besonderheiten mit Blick auf das Menschsein aus christlicher Perspektive in Zeiten von KI in den Mittelpunkt stellt.
 
zu den Beiträgen
 
 
 
 
„Aber jeder soll darauf achten, wie er weiterbaut.“

1 Kor 3,10
 
 
 
 

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